Wie wichtig sind Noten für das spätere Leben?
Schule ist wichtig, aber sie darf nicht zum Dauerbrenner werden!
Mir ist in den letzten Wochen über Weihnachten noch einmal etwas ganz deutlich bewusst geworden:
Schule ist wichtig, aber vor allem die Noten und Bewertungen, die damit einhergehen etc sind lange nicht so bedeutsam, wie wir Erwachsene manchmal meinen. Oder besser: Die Sorgen, die wir uns darum machen, sind nicht so notwendig. Ich würde mich freuen, wenn ich den ein oder anderen mit dieser Folge erreichen kann, damit er sich dahingehend vielleicht ein wenig entspannen kann.
Was meine ich damit, wenn ich hier sage, dass das alles vielleicht gar nicht so wichtig ist?
Ich meine damit, dass Kinder in der Schule wichtige Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Beispiel Lesen, Schreiben und Rechnen erwerben, außerdem spielt das soziale Lernen ja auch eine sehr große Rolle, aber am Ende gar nicht mehr so wichtig ist, wie gut oder schlecht das von anderen bewertet wurde.
Am Ende von Schule ist nicht wichtig, welche Regeln ich eingehalten habe, wie schnell ich etwas verstanden habe, welche Kompetenzerwartungen ich erfüllt habe, ob ich der Norm entspreche oder welche Noten ich habe, sondern entscheidend für das Gelingen meines weiteren Lebens ist:
Was ist wirklich wichtig?
Wie ich auf das Leben reagieren kann. Kann ich Probleme und Herausforderungen lösen? Kann ich Chancen erkennen, nutzen und ergreifen? Gelingt es mir, meine Mitmenschen mitzunehmen, bin ich sozial verträglich. Kann ich mich in Gruppen einfügen, kann ich Gruppen vielleicht sogar anführen? Bin moralisch gefestigt. Habe ich überhaupt eine Moralvorstellung.
All das sind Fähigkeiten, die sich herausgebildet haben und zwar völlig egal, ob ich in einem Fach gut war und die gewünschte Leistung gebracht habe. Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall: Vielleicht sind ja gerade die Kinder, die keinen aalglatten und geschmeidigen Durchlauf durch die Schule hatten, sondern vor Schwierigkeiten und Problemen standen, hier und da angeeckt sind, sich nicht allem angepasst sind, ja, vielleicht sind das am Ende die Kinder, die besser gewappnet und ausgerüstet sind fürs Leben.
Der 1,0 Durchschnitt im Abi berechtigt mich vielleicht dazu, Medizin zu studieren, sagt aber nichts darüber aus, ob ich persönlich ein guter Arzt werden kann. Vielleicht bin ich menschlich ja auch völlig auf der Strecke geblieben?
Kinder mit Lernschwierigkeiten sind oft benachteiligt
Das Schwierige aber an der derzeitigen Ausgestaltung von Schule ist, dass Kinder, die Schwierigkeiten haben (egal ob jetzt beim Lesen, Schreiben, Rechnen oder dem Lernen allgemein), über kurz oder lang an ihrer eigenen Persönlichkeit und an ihrem Wert zweifeln, weil sie die viele Misserfolge, negative Bewertungen und Rückschläge mürbe machen. Diese Kinder sind oft sehr traurig und unglücklich, Schule wird zum alles bestimmenden Thema. Schule bestimmt den Familienalltag und die Freizeit. Schule verdrängt das kindliche Gefühl der Unbeschwertheit und Weltoffenheit und fixiert die Kinder auf Unzulänglichkeiten und Probleme.
Die Schulen selbst haben selten die Kapazitäten und personellen Ressourcen, diese Kinder so zu begleiten, dass sie durch diese Krise hindurchgehen und daran wachsen. Das aber wäre so wichtig, damit sich in ihrem Gehirn die Annahme stabilisiert: Ich kann alles schaffen. Ich bin den Herausforderungen gewachsen, die mir das Leben stellt.
Was können Eltern tun?
Als Eltern muss man sich gar nicht dauernd wünschen, dass das eigene Kind so wird, wie alle anderen oder gute Noten nach Hause bringt. Denn die Einzigartigkeit jedes Kindes ist ja im Grunde genommen der Punkt, von wo aus sich die individuellen Begabungen entwickeln und entfalten können. Das sieht Schule natürlich nicht im Vordergrund, weil es hier hauptsächlich darum geht, eine Gesellschaft mit ihren vorhandenen Strukturen zu erhalten und Nachschub zu liefern.
Aber genau die Einzigartigkeit Das ist doch das größte Glück: Gezielt danach zu suchen, was mein Kind im Positiven von allen anderen Kindern unterscheidet. Was kann es besonders gut? Wo liegen seine Stärken?
Unsere Aufgabe als Eltern oder Menschen, die mit dem Lernen von Kindern zu tun haben, ist es womöglich, die Rahmenbedingungen für unsere Kinder bestmöglich zu gestalten, damit Lernen stattfinden kann und damit letztendlich das Leben gelingt. Denn Lernen ist ein Grundmerkmal des Lebendigen und wer anderen, zum Beispiel durch starre Lehrpläne, vorgegebene Lernzeiten oder Bewertungen die Lust am Lernen versaut, versaut auch irgendwie das Leben ein bisschen,
Auch wenn die Schule vielleicht sogar bereits im Wandel befindlich ist, also das System sich zu verändern beginnt, verlieren die meisten Kinder hier einfach viel zu schnell die Lust am Lernen. Und wenn dann noch Lernschwierigkeiten on top kommen, na dann herzlichen Glückwunsch.
Was können wir also tun? Abgesehen davon unseren Kindern möglichst viele freie Lerngelegenheiten zu ermöglichen, also freies Spiel, abgesehen davon können wir unseren Kindern natürlich zeigen, wie sie ihr Lernen für und in der Schule organisieren können, damit es wieder ein bisschen Spaß macht, damit sich kleine Erfolge einstellen, damit sie sehen, sie machen Fortschritte. Wir können ihnen zeigen, welche Methoden sich am besten eignen und wie sie ihr Gehirn so nutzen, dass das neu erworbene Wissen auch dauerhaft abrufbar bleibt.
Einladung zum Infoabend
Und wenn du Lust hast, dein Kind auch mit so einem Methodenkoffer fürs Lernen auszustatten, dann lade ich dich recht herzlich zum Infoabend “Planvoll, glücklich und erfolgreich Lernen” ein! Wir treffen uns am 19.01. 2023 um 19 Uhr online via Zoom und besprechen all diese Punkte und am Ende hast du, wenn du möchtest, auch die Gelegenheit deine Fragen zu stellen. Die Teilnahme kostet dich 0 €.
Unverbindliche Anmeldung unter: https://outlook35617.ac-page.com/planvolllernen