3 richtig blöde Glaubenssätze über Konzentration

 

Heute sprechen wir mal über 3 Glaubensätze über konzentriertes Lernen, die ich zum Teil auch hatte, die uns aber langfristig von erfolgreicher und langfristiger Konzentration (ein komisches Wort in diesem Zusammenhang) fernhalten. 

  • Glaubenssatz Nummer 1: Es gibt nur die eine einzig allein gültige und perfekte Lernumgebung! 
  • Nr2: Lerntypen sind doch nur Hokuspokus !
  • Und Nummer 3: Es ist egal, was du gut kannst, am Ende zählt die Leistung, die du bringst. 


Fangen wir mal mit dem ersten Glaubenssatz an: 

Es gibt die eine perfekte, allein gültige Lernumgebung in der Konzentration passiert. 

Früher dachte ich tatsächlich, dass es nur die eine wahre und beste Lernumgebung gibt und alles andere schlecht für die Konzentration sei. Vielleicht lag es daran, dass ich häufig Sätze gehört habe wie „Setzt dich gerade hin sonst kannst du dich nicht konzentrieren.“ Oder „Hör auf zu kippeln, du kannst dich sonst nicht richtig konzentrieren“. Wie oft ich das zu hören bekommen habe…unfassbar eigentlich. 

Heute weiß ich nämlich, dass insbesondere das Kippeln eben auch Ausdruck von Konzentration sein kann, weil auf diese Weise die Anspannung aus dem Körper geleitet wird. 

Oder hier kommt noch einer meiner Lieblingssätze: „Kinder lernen am besten an ihrem eigenen Schreibtisch.“ 

Uiuiui. Aus meiner Sicht ist das so einfach nicht richtig. Das hängt total vom Kind ab und auch von der häuslichen Umgebung. Nicht jedes Kind hat einen eigenen Schreibtisch oder ein eigenen Zimmer. Nicht jedes Kind lernt gerne alleine in seinem Zimmer. 

Bitte mach dich also nicht verrückt, wenn dein Kind in der Küche am Küchentisch arbeitet. Das ist ok und hängt nicht zuletzt auch vom persönlichkeitstyp deines Kindes ab. Viele Kinder, insbesondere jüngere Schulkinder, suchen einfach die Nähe der Eltern. Im Übrigen: Wenn diese Aussage stimmen würde, müsste man sich fragen, wie es ein Konzept wie der offene Ganztag überhaupt in die Schulen schaffen konnte: Denn hier machen die Kinder ihre HA nicht in Ruhe und allein am eigenen Schreibtisch. 

Übrigens erkläre ich in meinem brandneuen Kurs „Endlich konzentriert lernen“ wie du die optimale Lernumgebung für dein Kind vorbereiten und schaffen kannst, sodass wirklich störungsfrei gelernt werden kann und dein Kind in einem sicheren Umfeld lernen kann sich zu konzentrieren. Die Anmeldungen zum Kurs starten morgen am 03. Februar 2022. 


So und nun komme ich zum zweiten Glaubenssatz, den ich auch wirklich mindestens die komplette Schulzeit mit mir herumgetragen habe: 

2. Lerntypen sind Hokuspokus oder unsinniger Aberglaube

Ahh. Nein, sind sie nicht. Je nachdem wonach man im Netz konkret sucht findet man 4-6 Lerntypen. Die 3 allgemeinbekannten sind der visuelle, der auditive und der kinästhetische Lerntyp. Also Sehen, Hören und erfahren über Bewegung. Darüber hinaus gibt es dann noch den kommunikativen Lerntyp oder den Lerntyp Verstehen über Schreiben. 

Aus diesen Lerntypen ergeben sich Vorlieben und Neigungen, die m.E. durchaus mehr Beachtung im Schullalltag finden sollten. Vor allem der kinästhetische Lerner guckt regelmäßig in die Röhre, weil seiner Art des Lernens am wenigstens Beachtung geschenkt wird. Häufig ist es sogar so, dass dieser Typ in der Schule noch besonders negativ auffällt, weil sein Bewegungsdrang, sein Bedürfnis Inhalte über Bewegung zu erfahren, sein Spannungsabbau zu zappeligem Verhalten führen. 
Möööp. Dann stehste da mit deinem Talent. Und bitte, Flitzepausen sind eine gute Sache und toll, dass sie in den Grundschulen zumindest Einzug gehalten haben. Aber eine Flitzepause ersetzt nicht eine Lerntypgerechte Ansprache des Kinästhetischen Lerners. Das hat nichts mit einer Lernmethode oder Lernstrategie zu tun. 

Dass es aber auch für jeden Lerntypen besser geeignete und weniger gute Lernstrategien gibt, ist wie ich finde eine gute Nachricht. Die schlechte Nachricht: in der Schule lernt dein Kind davon so gut wie nichts. Für die Zukunft aber ist es ein riesen Vorteil, wenn dein Kind seine eigenen Lernvorlieben kennt und auch gute Strategien und Methoden für sich kennenlernen durfte, damit lernen weiterhin Spaß macht und die Konzentration bleibt. Lernen mit positiven Emotionen und einem guten planvollen Grundgefühl klappt einfach besser. Daher sind auch diese Punkte im Kurs Endlich konzentriert lernen beinhaltet. Wie kann ich für einen Lerntyp die richtige Lernstrategie finden. Wie erkenne ich, welchen Lerntyp mein Kind überhaupt hat und welche Methode passt denn dazu nun besonders gut. 

Glaubenssatz Nummer 3: Es ist egal, was du kannst, wichtig ist nur, dass du Leistung bringst. 
Von wegen: Wir sind nicht auf der Welt um glücklich zu sein, sondern um zu arbeiten. 

Bääääm. Der knallt so richtig gut rein, oder? 

Vor Jahren schon habe ich dazu eine Entscheidung getroffen: Ich persönlich möchte keine Welt in der meine Kinder ihr Glück hinter ihre Arbeitshaltung stellen. Wir könne jetzt ganz viel darüber diskutieren, warum wir arbeiten sollten. 

Jaaa, der Mensch braucht eine Aufgabe und so, vollkommen richtig und wichtig. Aber für mich persönlich muss das ganze eben nicht nur mit Druck, Stress und über sich ergehen lassen verbunden sein. 

Es gibt, und davon bin ich überzeugt, andere, gesündere Wege in der sich Aufgaben, Arbeit und glücklich sein nicht ausschließen sondern Hand in Hand gehen. Letztlich ist ja auch das genau das was unsere Gesellschaft braucht: Kluge innovative Spezialisten, die ein intrinsisches Interesse daran haben, neue Dinge zu lernen, weiterzukommen sich zu spezialisieren. Das klappt eben viel viel besser über die eigene Motivation und Leidenschaft. Mit den eigenen Stärken und einem guten Selbstwertgefühl. 

Aus dieser Perspektive ist Konzentration dann auch immer wertvoll, weil sie dafür genutzt wird, dass sich ein Mensch entsprechend seiner Interessen und Neigungen weiterbildet. Vorankommen möchte. Wie wertvoll ist das bitte? 

Am Ende hat doch niemand etwas davon, wenn man sich jahrelang für etwas abmüht, was man nie machen wollte, was nie zu einem passte nur weil es an irgendeiner Stelle besser passte, vorausgesetzt oder erwartet wurde. Das sind dann Menschen, die häufiger im Burnout landen oder irgendwann einfach entnervt ihren Job hinschmeißen und einfach unglücklich sind. 

Meines Erachtens ist es wirklich längst überfällig die Stärken eines Kindes, sein persönliches Interesse in den Lernkontext einzubeziehen. Und bitte doch deutlich häufiger als an Projekttagen. Ich bin mir sicher, dann hätten wir dieses Problem mit der Konzentrationsfähigkeit auch nicht mehr. Aber wie viele Kinder glauben heute nicht einmal mehr daran, dass sie Stärken haben. Einige hatten nie die Gelegenheit sie zu spüren oder kennenzulernen. Und das hat logischerweise auch Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl. Manche Kinder haben auch schlichtweg einfach keine Zeit sich mit ihren Stärken wirklich vertraut zu machen. 

Daher war es  mir auch besonders wichtig eben auch einen Teil in den Kurs Endlich konzentriert lernen zu integrieren, der genau diese beiden Punkte anspricht und erarbeitet. Die eigenen Stärken, auch die der Eltern, denn auch hier gibt es den so weit verbreiteten Glaubenssatz: Ich bin nichts wert, ich bin  nicht gut genug, den unsere Leistungsgesellschaft nicht selten hervorruft. Das Selbstwertgefühl. Alls das gehört zu konzentriertem Lernen dazu. 

So und wie gesagt, die Türen zum Kurs öffnen morgen am 03.02.2022 und du kannst dich bis zum 08.02.2022 um 22 Uhr anmelden. Schau gerne morgen mal unter dem Link nach, Dort findest du noch einige Details zum Kurs. Und wenn die diesbezüglich noch Fragen hast, dann komme gerne auf mich zu. Schreib mit eine Mail an [email protected]