So erkennst du Konzentration!

 

Sucht man im Netz nach Anzeichen für Konzentration wird man ohne Umwege auf Ergebnisse gelenkt, die vor allem eines beschreiben:
 

Die Unfähigkeit zur Konzentration bzw. Konzentrationsstörungen.

Dies zeigt einerseits wie negativ behaftet das ganze Thema Konzentration ist und verdeutlich andererseits die enormen Belastungen, die mit Konzentrationsschwierigkeiten einhergehen. 

Schließlich suchen Menschen im Netz ja vorwiegend nach Beschreibungen und Lösungsansätzen, sodass der Leidensdruck vermutlich schon vorher sehr hoch ist.

Kein Wunder, schließlich wird ja fast überall davon gesprochen, dass die Fähigkeit zur Konzentration überaus wichtig ist für persönliches Vorankommen.

Ich möchte in dieser Folge versuchen, den Blick zu verändern und positiv auf Ressourcen zu richten, die bereits vorhanden sind:

Wann ist denn ein Kind konzentriert und wie können wir das erkennen?

Wie können Eltern Konzentrationsphasen entsprechend würdigen?



 
Happy new year, happy new year. Hello. Ich hoffe du bist gut reingekommen ins neue Jahr und freust dich auf all die grandiosen Dinge, die in 2022 auf dich warten! Juchuu! Neustart. So ein bisschen jedenfalls.

Naja, ein bisschen wehmütig bin ich allerdings auch, weil die Zeit mit der Kernfamilie war auch wunderschön. Wir haben so viele schöne Stunden miteinander verbracht.

Lego und die Konzentrationszunge
Meine Tochter zum Beispiel hat zu Weihnachten ein Harry Potter Lego bekommen und es ganz akribisch zusammen mit ihrem Papa aufgebaut. Und weil ich nicht so der Legotyp bin, mir fehlt dafür die Geduld, und auch nur schwerlich Freude daran entwickeln kann habe ich die Situation beobachtet und genossen. Und dabei ist mir eine Sache aufgefallen und es hat mich gewissermaßen wie der Blitz getroffen.
Meine fast siebenjährige Tochter sitzt so da und baut herum und ist hochkonzentriert. Wirklich. Und ich konnte es ihr wirklich auch ansehen…die Anstrengung. Denn Konzentration ist anstrengend. Und als ich so gucke, schiebt sich ihre Zunge aus dem Mund und blieb so also einige Zeit im rechten Mundwinkel sichtbar.
Meinem Mann ist diese Zunge auch direkt aufgefallen und im Anschluss haben wir uns darüber unterhalten und er meinte: „Das hat sie von dir Kathi. Du machst das auch öfter, wenn du sehr konzentriert bist.“
Und da war mir erstens klar, ja, stimmt und zweitens und das ist viel wichtiger wie ich finde: Konzentration lässt sich erkennen!

Warum würdigen wir nicht vorhandene Stärken oder Ressourcen?
Warum nur nörgeln wir in der Schule, beim Lernen zu Hause und sonst wo immer nur rum, wenn ein Kind sich gerade nicht konzentriert?!?!  

„Jetzt konzentriere dich doch.“ 

„Hör doch nun auf durch die Gegend zu gucken!“ 

„Hier spielt die Musik.“ 

„Augen zurück aufs Papier.“ 


Diese Aufzählung ist unendlich erweiterbar denke ich. 
 
Was wir aber eigentlich nie bzw. zu selten sagen ist doch:

  • „Hey, ich sehe du bist gerade total konzentriert. Weiter so!“  oder 
  • „Mensch, deine Konzentrationsfähigkeit ist gerade ja wirklich Spitzenklasse!“. 


Warum machen wir das nicht?

Wäre es nicht eine tolle Bestätigung für dein Kind? Wäre es mit Sicherheit. Dein Kind fühlt sich in so einem Moment sowas von gesehene und wahrgenommen und insgeheim sind wir doch alle auf der Suche nach Anerkennung.
Vielleicht tun wir es nicht oder zu selten, weil wir Angst habe, die Konzentrationsphase des Kindes zu unterbrechen.
 
Klar, das kann passieren. Aber ich persönlich glaube, dass es zunächst einmal wichtiger ist, dass dein Kind weiß, dass du seine Konzentrationsleistungen (ungünstiges Wort) siehst und bemerkst. Du sollst ja nicht gleich nach 2 Minuten überschwänglich alles loben. Such dir nach 8-10 Minuten vielleicht einen passenden Augenblick oder warte eben bis zum Ende der Konzentrationsphase.
Und ganz ehrlich, manchmal sind es dann nur 5 Minuten. Dann sage doch gerne:
"Hey, bis hierher hast du dich so toll konzentriert. Davon wünsche ich mir mehr!"
So viel zum Thema: Wie kannst du auf Konzentrationsphasen reagieren.

Anzeichen für Konzentration - eine vergebliche Suche im Netz
Um jetzt zum Titel dieser Folge zu kommen: Ich habe einmal spontan im Netz nach „Anzeichen für Konzentration“ gesucht. Aber Google wollte sich auf diese Art der Fragestellung erst gar nicht einlassen und spuckte nur Ergebnisse aus für: 

  • Anzeichen für Konzentrationsschwäche? 
  • Was ist eine Konzentrationsstörung? 
  • Was verhindert Konzentration? 
  • Habe ich eine Störung der Konzentration? 


Ich bin ehrlich gesagt ziemlich erstaunt und gleichzeitig verärgert über diese Ergebnisse und finde, es zeigt doch sehr deutlich an welchen Punkt wir Gesellschaftlich beim Thema Konzentration stehen: 
Wer nicht so funktioniert wie erwartet, hat mit erheblichen Nachteilen zu rechnen. 
Das stimmt mich sehr traurig, denn ich bin davon überzeugt, dass sich hier einiges bewegen lässt, wenn man für sich nur einen positiven Zugang zur Konzentration findet.

Mal davon ab macht das natürlich auch etwas mit dir! Stell dir vor du weißt, dass dein Kind noch Schwierigkeiten mit der Konzentration hat und dann bekommst du von allen Seiten zu hören 


  • „Konzentration ist das A und O“ 
  • „Ohne Konzentration wird es nicht gehen!“ 
  • „Fachlich sind die Leistungen ja ganz gut, aber ihr Kind steht sich mit der mangelnden Konzentration selbst im Weg.“ 


Das baut doch einfach nur immensen Druck auf, hilft aber auf keinen Fall weiter!
 
Den Blick auf das Positive richten. Auf das, was schon da ist!
Ich möchte es daher anders machen und den Blick ganz bewusst auf die vorhandene Ressourcen lenken und von da aus etwas positiv verändern. Ein positives Selbstbild aufbauen, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeitserwartungen in den Fokus nehmen, Stärken nutzen.
Denn ein Kind, dass Schwierigkeiten mit der Konzentration hat, weiß um dieses Problem. Es spürt das. Das muss niemand wiederholen. Oft haben diese Kinder aber eben eher die Herausforderung, dass sie den Anschluss zu sich selbst verloren haben und einfach nicht mehr wissen, wie toll sie wirklich sind.

Anzeichen für Konzentration, die du auch kennst!
Nun kommen hier ziemliche sichere Anzeichen für Konzentration und dann kannst schauen, wann dein Kind Anzeichen für Konzentration zeigt und dann entsprechend positiv verstärken: 

Du hast es mit Sicherheit schon einmal gesehen! Wenn Menschen total konzentriert sind, dann strecken sie ihre Zunge raus, so wie meine Tochter und ich, oder sie machen andere seltsame Dinge. 

Warum das so ist? 

Konzentration ist super anstrengend und so findet die Anspannung einen Weg raus aus dem Körper.  
Je länger die Konzentrationsphase dauert, desto unruhiger und zappeliger werden Kinder. Die Anspannung sucht sich einen Weg raus. 
Gehampel oder Kippeln auf dem Stuhl kann also durchaus ein erstes Signal FÜR Konzentration sein. Erstaunlich, oder? 
Weitere Anzeichen können sein: 

  • Ein Sehr angestrengter, fast starrer Blick und eine feste Körperhaltung, 
  • Kauen auf Wange oder Unterlippe. 
  • Immer, wenn etwas passiv nebenher läuft, zum Beispiel Wippen mit dem Fuß oder Rollen von Papierkügelchen zwischen den Fingern ist es ein Anzeichen für Konzentration. 


Im Gegensatz dazu seien hier auch noch einige Beispiele für unkonzentrierte Phasen genannt:
Alles was aktiv und als Ablenkung passiert -
Anspitzen aller Bleistifte, Sortieren, Aufräumen des Materials, Grimassen schneiden, offensichtliches Träumen… etc.
 
Deine Aufgabe, wenn du magst
Beobachte doch einmal dein Kind, an welche Stellen oder in welchen Situationen erlebst du es konzentriert ? Wann wird Konzentration sichtbar?

Dazu kannst du dir gern mein brandneues Freebie herunterladen:
In 10 Schritten zu mehr Konzentration für dein Kind. Hier findest du praxisnahe und alltagstaugliche Tipps und im letzten Schritt eine kleine Konzentrationsübung, die wirklich mega viel Spaß macht und außerdem auch noch eine Checkliste, sodass du easy alles abhaken kannst, was du erledigt hast.

Und schon einmal ein kleiner Teaser: In der letzten Januarwoche, also ab Montag, 31.01. läuft auf meinem Instagram Kanal eine kostenlose Challenge zum Thema Konzentration. Dazu kannst du dich schon bald anmelden. Oder du abonnierst meinen Newsletter, dann bekommst du auf jeden Fall rechtzeitig Bescheid.